Unsere Lebensweise auf den Prüfstand stellen

Die Corona-Realität kennt viele Wirklichkeiten. Nicht nur die medizinisch pandemische und den damit verbundenen, von den Regierenden zu verantwortendem Lockdown, einhergehend mit der Suspendierung bürgerlicher Grundrechte. Ebenso offensichtlich: die ökonomische Wirklichkeit mit ihren mutmaßlich zumindest kurzfristig katastrophalen Folgen und der quasi proportional der katastrophalen ökonomischen Wirklichkeit einhergehenden allerdings langfristigen Staatsverschuldung, deren Tilgung vielen zukünftigen Generationen überlassen bleiben wird.

Die Umwelt atmet auf dank des ökonomischen Lockdown. Auch das eine Corona-Wirklichkeit, die uns vor Augen führt, in welchem Missverhältnis Ökonomie und Ökologie sich in unserer Welt tatsächlich befinden.

Die sozialen Verwerfungen in der Gesellschaft und die psychischen beim Einzelnen dürften immens sein – und vermutlich wird sich die Suizidal-Rate seit Ausbruch der Pandemie dramatisch nach oben entwickelt haben. Gleiches gilt für den Ausbruch häuslich familialer Gewalt – nicht zuletzt gegenüber Kindern.

Auch die wegen Corona derzeit aus der öffentlichen Diskussion weitestgehend ausgeblendeten Wirklichkeiten wie die Flüchtlingskrise, die alltägliche Machtpolitik der „First-Doktrin“ à la Trump, der Handelskrieg, die Euro-Krise, der internationale Terror, der sich Raum schaffende Antisemitismus, der Rechtsradikalismus, der demografische Wandel, bis hin zu Korruption und Geldwäsche und anderen mafiotisch organisierten kriminellen Machenschaften usw. usw. sind nicht aus der Welt.

Die Corona-Krise führt uns letztlich die komplexe Gemengelage unserer so und nicht anders gewordenen zivilisierten Lebensweise in einer viele weltweite Konflikte ausblendenden oder ignorierenden und von vielen als selbstverständlich erachteten Komfortzone vor Augen. Alles hängt eben mit allem zusammen. Eine Binse, aber dennoch wahr und verbunden mit dem unausweichlichen Imperativ, diese Lebensweise auf den Prüfstand zu stellen. Denn wer heute glaubt, das Gestrige morgen oder übermorgen ganz einfach wieder herstellen zu können, ist auf einem gefährlichen Irrweg. Die Kommerz- und Konsumgesellschaft alter Prägung mit ihrer universalen Ausbreitungsdynamik hat uns ja genau in diesen Schlamassel hineingeführt.

Das Design einer resilienten Gesellschaft von morgen braucht heute einen demokratischen Diskurs über eine Werteordnung, die auch übermorgen noch Bestand hat und geführt wird von einer Politikergeneration, die nicht ausschließlich nach Mehrheiten schielt, sondern sagt, was Sache ist. Und in der Lage ist, genau das auch sinnvoll, nachvollziehbar und ohne die Anmaßung Merkelscher „Alternativlosigkeit“ zu kommunizieren und vor allem aber nachhaltig zu verwirklichen.

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